Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder und Jugendliche,

In der letzten Sitzung des Marktgemeinderates wurden erste Ergebnisse unseres Energienutzungsplanes vorgestellt. Dabei hat das beauftragte Büro „Energievision Franken“ die aktuell selbst erzeugte Strommenge in der Gemeinde dem Bedarf gegenüber gestellt und dabei folgende Werte ermittelt: In unserer Gemeinde werden etwa 25 Gigawatt (GW)
Strom im Jahr verbraucht und 14 GW selbst erzeugt (5,5 GW aus Photovoltaik, 7,5 GW aus Biomasse und 1 GW aus Wasserkraft), das sind immerhin 67 Prozent. Bei Biomasse und Wasser werden keine weiteren Potenziale gesehen, bei Photovoltaik umso mehr. Allein auf den nach Süden ausgerichteten nicht genutzten Dächern könnten bei optimaler Ausnutzung 47,5 GW erzeugt werden, also das Doppelte des aktuellen Verbrauchs in der Gemeinde. Große Möglichkeiten werden auf großen gewerblich und öffentlich genutzten Gebäuden gesehen. Es handelt sich um Speditions- oder Gewerbedächer, aber auch um gemeindliche Gebäude wie Rathaus, Gemeindezentrum, Schule und mehr. Viel Strom kann auch auf den privaten Dächern erzeugt werden. Zusätzlich wurde ein Kataster erstellt, das die Möglichkeiten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen aufzeigt. Dies dient als Orientierung, entscheiden muss in jedem beantragten Einzelfall der Marktgemeinderat. Zudem kann und soll die Gemeinde oder Ihre Tochter, die Gewerbe- und Wohnbau Eggolsheim (GWE) selbst aktiv werden. Der Marktgemeinderat hat in einem eigenen Beschluss festgelegt, dass die GWE entsprechend tätig werden soll, und das nicht nur in Sachen Photovoltaik, sondern in allen Bereichen der regenerativen Energiequellen.

In einem nächsten Schritt wird die „Energievision Franken“ die Potenziale von Windkraftanlagen auf fachlicher Grundlage untersuchen. Damit man ein Gefühl dafür bekommt, was ein Windrad (z.B. im Vergleich zur Photovoltaik) leisten kann: nach aktuellem Stand der Technik erzeugt eine Windkraftanlage etwa 15 Gigawatt Strom im Jahr. Mit nur zwei Anlagen wäre der Strombedarf in der Marktgemeinde leicht gedeckt.

Das Thema ist sensibel, kann aber deswegen nicht einfach zur Seite geschoben, sondern muss vielmehr neu untersucht werden. Die aktuellen Vorgaben von Wirtschaftsminister Habeck werden auch bei uns in Bayern Konsequenzen haben. Zwar müssen nicht die ursprünglich vorgegebenen 2 Prozent der Landesfläche für Windkraft ausgewiesen werden, aber auch der jetzt beschlossene Wert bedeutet wohl letztendlich, dass Windkraft überall dort ermöglicht werden muss, wo die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Das Ausschlusskriterium „Landschaftsschutzgebiet“ ist aufgehoben und die naturschutzfachlichen Prüfungen werden erleichtert. Damit müssen wir uns auseinandersetzen, ob wir es wollen oder nicht. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine erhält die Notwendigkeit der eigenen regenerativen Energieerzeugung eine neue Dimension, die zu der des nötigen Klimaschutzes noch hinzukommt. Ich brauche dazu nicht mehr schreiben, wir alle lesen und hören davon täglich in den Zeitungen, im Fernsehen oder im Netz. In den nächsten Sitzungen des Marktgemeinderates geht die Diskussion weiter. 

Ein anderes Thema: Noch heuer können wir mit einem Baubeginn für einen neuen Radwegabschnitt entlang der Staatsstraße 2264 von Pautzfeld kommend nach der Kanalbrücke bis zum Kreisverkehr rechnen. Ermöglicht wird dies durch die Zustimmung der anliegenden Grundstückseigentümer, denen ich herzlich danke. In diese Baumaßnahmen wird auch der Rückbau des Linksabbiegers auf der Staatsstraße 2244 nach Neuses in die Höchstadter Straße integriert. Zudem wird ein Stück weiter noch eine Querungshilfe gebaut. Die Maßnahmen waren im Rahmen der Dorferneuerung gewünscht und können jetzt so kurzfristig auf Kosten des Staates realisiert werden. Das ist eine gute Nachricht. 

Und noch eine gute Nachricht: Die Umgestaltung des Umgriffs der Pfarrkirche St. Martin ist überaus gelungen. Das haben alle Teilnehmer an der Segnungsfeier festgestellt. Danken will ich vor allem dem Kirchenpfleger und
2. Bürgermeister Georg Eismann und unserem Geschäftsleiter Stefan Loch, die für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Pfarrei verantwortlich waren.

 

 

Herzlich

Ihr und Euer

Claus Schwarzmann

1. Bürgermeister

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