Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder und Jugendliche,

 

ich hatte an dieser Stelle bereits in der letzten Gemeindezeitung über das Baugebiet Schirnaidler Straße hinter dem Friedhof berichtet. In der Marktgemeinderatssitzung am Dienstag letzter Woche wurde das Gebiet auf den Weg der weiteren Bebauungsplanung gebracht und die Einwände von Bürgerinnen und Bürgern vorgezogen behandelt. Die Einwände bezogen sich hauptsächlich auf die Nutzung der Wiese neben dem Friedhof und den damit verbundenen Verlust von einigen Streuobstbäumen. Der Marktgemeinderat hat mit großer Mehrheit für die Bebauung des Bereiches gestimmt und die vom Bürgerbund geforderten freiwilligen Ausgleichspflanzungen für verloren gehende Streuobstbäume beschlossen. Das ist ein guter Weg im Sinne der nötigen Schaffung von Wohnraum und der gleichzeitig nötigen Förderung von naturschutzfachlich wertvollen Streuobstbäumen. Zudem wurde festgehalten, dass die Joseph-Stiftung als potenzieller Bauherr für die 24 Miet-Wohnungen auf der betroffenen Fläche zugesagt hat, möglichst viele Bestandsbäume in die Planung zu integrieren. Damit werden möglicher Erhalt und wenn nötig Ersatz oder Kompensation im Bebauungsplan verbindlich festgelegt.

Ich darf in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass der Marktgemeinderat in der gleichen Sitzung beschlossen hat, dem Landschaftspflegeverband für den Landkreis Forchheim für 50 Jahre pachtfrei eine aktuell intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche von 1,6 ha bei Weigelshofen für eine Streuobst-Musteranlage zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Fläche werden die unterschiedlichsten Sorten angepflanzt, gefördert durch das Bayerische Umweltministerium. Sowohl als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes für den Landkreis Forchheim wie als Eggolsheimer Bürgermeister sage ich schon klar und deutlich, dass ökologischer Schutz und Ausgleich nicht nur ein Gebot der Stunde sind, sondern seit Jahr und Tag in unseren örtlichen Verfahren einen großen Stellenwert haben. Ich verweise nur auf das über 100 Hektar große Naturschutzgebiet in der Büg, das wir bei der Beplanung der Büg schon zu zwei Dritteln ausgewiesen und dann bei der Planung des Lidl-Logistik-Zentrums als Ausgleich entsprechend auf die 100 Hektar erweitert haben, ein überaus großräumiger Ausgleich. Auch bei künftigen Verfahren wird natürlich Ausgleich nach Recht und Gesetz und wo möglich noch mehr stattfinden. 

Den Hauptaspekt bei den aktuellen gemeindlichen Planungen will ich nochmals besonders betonen: Wir haben eine sich ständig verlängernde Liste von Einheimischen, die hier bleiben wollen und dafür Baugrundstücke oder Wohnungen suchen. Diese grundlegenden und berechtigten Ansprüche der Menschen müssen mit den Ansprüchen an Natur und Landschaft zusammen gebracht werden. Und natürlich müssen wir gleichzeitig versuchen, alle Möglichkeiten der Innenentwicklung zu nutzen. Doch leider gelingt uns das trotz aller Bemühungen nur bedingt, weil Privatleute aus oft nachvollziehbaren Gründen ihren Grund und Boden lieber behalten. Deshalb geht es bei Neuausweisungen immer um die Frage, ob die Grundstücke nach der Erschließung auch für den Markt verfügbar sind. Und das sind sie nun einmal dann, wenn sie in gemeindlicher Hand sind. Auch deshalb sind die Flächen hinter dem Friedhof prädestiniert für die beschlossene Entwicklung.

Abschließend darf ich Sie darüber informieren, dass in jüngster Zeit neues Personal im Rathaus arbeitet: Frau Julia Harrer hat als Verwaltungsfachkraft beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Eggolsheimer Gruppe begonnen. Herr Bernd Oberst verstärkt als Bankfachmann die Finanzverwaltung und wird sich insbesondere um die neue Umsatzbesteuerung der Kommunen kümmern, ein anspruchsvolles Thema.

 

Herzlich

Ihr und Euer

 

Claus Schwarzmann

1. Bürgermeister

 

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